Sinn und Zweck der WOGENAU

WOGENAU

ist eine Wohnbaugenossenschaft in Augsburg, die an die historische und hundertjährige Tradition der Bestandsgenossenschaften der Stadt anknüpft. Ein wichtiger Aspekt der Genossenschaftsinitiative ist, Grund und Boden dem Kapitalmarkt zu entziehen – insbesondere in einer Zeit explodierender Bodenpreise und weniger städtischer Grundstücke. Die Konversionsflächen sind in großen Teilen verbaut. Aktuell trägt die WOGENAU durch Information und Präsenz in der Öffentlichkeit dazu bei, die Initiative für eine Konzeptvergabe für die Restflächen zu unterstützen. Die Mieten in der Stadt steigen ständig an (u.a. durch den wachsenden Zuzug aus München) – damit erhöht sich der Wohndruck. Zum einen verhindert der Mietanstieg bei Neubezug den Wohnungswechsel, zum anderen werden zu wenige kleine und gefragte (da bezahlbare) Wohnungen für Einpersonenhaushalte (aktuell (2018) 51,7 % in Augsburg) gebaut.

Nicht nur der schwindende verfügbare innerstädtische Baugrund, auch die Nullzinspolitik der EZB verwandelt den Wohnungsmarkt in eine am Kapitalertrag orientierte Finanzstrategie: Wohnung=Währung. Die Konsequenzen sind bekannt: Die Qualität in der Wohnungsentwicklung und im Wohnbau sinkt, die Baukosten steigen und zunehmend entstehen Standardhäuser für eine im Gegensatz dazu immer stärker ausdifferenzierte Gesellschaft. Diese ist und wird immer vielfältiger – und älter – und fordert Wohnungen für verschiedenste Altersstufen und Bedürfnisse.

Bunte Bewohnerschaft im Wandel

WOGENAU nimmt sich zum Ziel, an den Bedürfnissen der Bewohner*innen der Genossenschaft als Mikrokosmos der Stadtgesellschaft anzusetzen. Das bedeutet: wir planen für Jung und Alt, für große Familien und Einpersonenhaushalte, für Studierende, Menschen mit Aufenthaltsgenehmigung und alleinstehende Rentner*innen – für Menschen, deren Leben nicht statisch ist, sondern sich verändert. Demnach wird das Wohnungsangebot verschiedene Wohnungsgrößen beinhalten sowie flexible „Jokerräume“ anbieten, die bei Bedarf zugemietet werden können.

In der aktuellen Kostenrechnung der WOGENAU spiegeln sich noch nicht die verschiedenen Wohnungsmodelle und –konzepte, die auf die Bedürfnisse der Bewohnerschaft reagieren (Clusterwohnungen oder Wohngemeinschaften). Der Anteil der Wohnungen in EOF Förderung (einkommensorientieren Förderung = Sozialwohnungen) soll idealerweise bei 20 Prozent liegen, doch auch darüber hinaus wird sich das Angebot durch kleine Wohnungseinheiten an Bewohner mit geringen finanziellen Mitteln richten.

Die Finanzierungsmodelle der geförderten Wohnungen sind in der Stadt Augsburg schwierig umzusetzen, da es neben der EOF-Förderung des Freistaats nur minimale Fördermöglichkeit pro Wohnung gibt. Hier muss die WOGENAU entweder einen Partner finden, der die geförderten Wohnungen realisiert, oder nach dem Solidaritätsprinzip Anteile auf die freifinanzierten Wohnungen umlegen.

„Rationalisierte“ Wohnung und große Allmende: Gemeinschaft braucht Raum

Die WOGENAU nimmt sich zum Ziel gut durchdachte Wohnungsgrundrisse zu entwickeln, um den privaten Wohnungsbedarf zu reduzieren. Damit einher gehen traditionelle Lösungen wie die Schaffung von Stauräumen sowie die grundsätzliche Reduktion von Besitz teilbarer Objekte des Alltags.

Ein gemeinsam genutzter Waschraum, ein Gästeappartement und eine Werkstatt für alle, ein Nutzgarten für die gemeinsame Bewirtschaftung, gemeinschaftliche Freiflächen, eine Lounge für den gemeinsamen Gebrauch – all diese Einrichtungen richten sich nach den Vorstellungen der Bewohner*innen. Die WOGENAU plant 200 Quadratmeter gemeinschaftliche genutzte Allmend-Flächen, die sich nicht allein in abgeschlossenen Räumen wieder finden muss, sondern sich auch in Treppenhäusern und halböffentlichen Erdgeschosszonen abbilden kann. Die WOGENAU nimmt sich zum Ziel, die Gemeinschaftsräume nicht in Restflächen und Kellern zu verbergen. Im Gegenteil: Sie sollen sichtbar die Inhalte der Genossenschaft repräsentieren.

Zugang und Quartier: Kein Wohnprojekt reicht sich allein

Die WOGENAU will kein in sich abgeschlossenes Objekt für eine Exklusivgesellschaft mit gemeinsamen Zielen verwirklichen, sondern inklusiv und integrativ nach Innen und auf das Quartier und die Stadtgesellschaft wirken. Das bedeutet, dass das Erdgeschoss in weitmöglichsten Teilen wohnungsfrei bleibt und sich der Umgebung und nicht nur den Bewohnern anbieten soll.

WOGENAU plant mietbare Gewerberäume (150 Quadratmeter) für eine Bar, ein kleines Geschäft, ein Coworkingspace oder eine Fahrradwerkstatt.

Umsetzung der Ziele durch Selbstverwaltung, Partizipation und Solidarität

Das konkrete Nutzungskonzept und bauliche Umsetzung wird mit den Bewohner*innen in partizipativen Prozessen ermittelt und dann als Maßnahmenkatalog für den Raumplan den Architekten vorgelegt. Im vorher festgelegten Rahmen wird die bauliche Umsetzung in wechselnden Austausch mit den Planern und den Bewohnern entwickelt.

Die gemeinsam beschlossenen und finanzierten gemeinschaftlich genutzten Räume der WOGENAU sollen durch Selbstverwaltung/Selbsthilfe und nach dem Prinzip der Solidarität und Demokratie organisiert und betrieben werden. Gerade die „Freiräume“ außerhalb des privaten Wohnraumes werden zeigen, worüber die Bewohner ihre Gemeinschaft definieren. Der Mitbestimmungsprozess wird nicht nur die Planung und die inhaltliche Ausrichtung betreffen, sondern vor allem das Bewohnen und Gestalten des Wohnprojektes. Die Formen der Mitbestimmung der Mitglieder sind in der Satzung festgelegt. Darüber hinaus geht die WOGENAU von selbstorganisierten Gruppen aus, die sich aus der Bewohnerschaft entwickeln und den Lebensalltag in der WOGENAU reicher gestalten. Sei es in tatsächlicher Hilfe und Unterstützung oder im Teilen von freier Zeit.

„Schön“ und ökologisch

WOGENAU kann sich vermutlich keinen öffentlichen Architekturwettbewerb leisten, wird aber gezielt Architekten einladen, die mit partizipativen Prozessen vertraut sind. Architektonischer Anspruch sowie ökologische Faktoren werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Nachhaltige Baustoffe, energieeffizientes Bauen sowie ökologische Versorgungskonzepte (Wasser/Strom/Heizung) werden weitmöglichst berücksichtigt. Ein Mobilitätskonzept soll entwickelt und eingereicht werden, das den Bewohner*innen ermöglicht, auf das eigene Auto zu verzichten, sodass die Stellplatzverpflichtung minimiert werden kann (Ziel: 0,6).

Der WOGENAU ist die Gestaltung der Freiflächen besonders wichtig. Es soll keine abgeschlossenen Einzelgärten geben, sondern halböffentliche Räume, die attraktiv für die Bewohner*innen (Kinder UND Erwachsene) sind und als Treffpunkte mit den Nachbarn dienen.

Ja, ich möchte Teil einer Wohnungsbewegung sein!

WOGENAU will eine bunte Gemeinschaft über mehrere Generationen sein und die Stadtbevölkerung abbilden. Mitglied werden kann jede*r, die und der einen Mitgliedsbeitrag leistet und sich den Zielen und Aufgaben der WOGENAU verbunden fühlt.

Wir wachsen weiter!

Wenn Du Interesse an WOGENAU – Deiner Wohngenossenschaft in Augsburg hast, dann melde Dich bei uns. Gerne Informieren wir Dich über Möglichkeiten der Mitgliedschaft und Beteiligung.

Wir freuen uns über Dein Interesse!
Dein WOGENAU-Team